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Zertifizierter Lehrgang: Beauftragte/r für Patientensicherheit und klinisches Risikomanagement

Ausbildung gemäß der Qualitätsmanagement-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses

1 Ausgangslage

Patientensicherheit ist ein dominierendes Thema für die stationäre Gesundheitsversorgung. Durch die politische Ausrichtung und Gesetzgebung hat sie zukünftig auch weitreichende Auswirkungen auf die Krankenhausplanung und Krankenhausfinanzierung. Auch wegen der gesetzlich verankerten und durch das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) umzusetzenden öffentlichen Berichterstattung steigt der Handlungsbedarf für die Krankenhäuser.

Die neue Qualitätsmanagement-Richtlinie des G-BA formuliert Anforderungen zur kontinuierlichen Sicherung und Verbesserung der Patientenversorgung mit dem primären Ziel einer größtmöglichen Patientensicherheit.

Eine besondere Rolle spielt dabei das klinische Risikomanagement, es soll zur Vermeidung und Verhütung von Fehlern und unerwünschten Ereignissen beitragen.

2 Zielsetzung

Für die Umsetzung patientensicherheitsfördernder Maßnahmen bedarf es guter theoretischer Kenntnisse und praktischer Anwendungskompetenz.

Die qualifizierten Beauftragten für Patientensicherheit und klinisches Risikomanagement sind in der Lage, Aufgaben im Qualitätsmanagement und klinischen Risikomanagement erfolgreich zu bewältigen und die Organisation bei der Umsetzung der QM-Richtlinienanforderungen zu unterstützen.

3 Fortbildungspunkte / ECTS-Punkte

Fortbildungspunkte wurden bei Landesärztekammer Nordrhein und der Registrierungsstelle für beruflich Pflegende beantragt.

4 Ausbildungskonzept

In dem fünf Tage dauernden Kurs werden die relevanten theoretischen Grundlagen, Methoden und Instrumente zur Patientensicherheit und klinischem Risikomanagement professionell vermittelt. Praxisbeispiele vertiefen den Lernprozess, die Teilnehmer können dabei ihre bisherigen Erfahrungen mit einbringen.

Grundlage für die Ausbildung ist die Qualitätsmanagement-Richtlinie des G-BA vom 16.11.2016, die Teilnehmer sollten die Richtlinie bereits vor dem Kurs im Überblick kennen.

Die Ausbildung wird mit einer Prüfung abgeschlossen, bei der die Teilnehmer ein zugewiesenes Thema in Form eines Referates vortragen und dazu Fragen beantworten. Die Ausbildung schließt mit der erfolgreichen Prüfung ab und wird mit dem Zertifikat „Beauftragte/r für Patientensicherheit und klinisches Risikomanagement“ nach der Qualitätsmanagement-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses bestätigt.

5 Ausbildungsprogramm

Jeder Kurstag beginnt um 09:00 Uhr und endet um 17:00 Uhr.

  • Tag 1

    Grundlagen zur Patientensicherheit, systemisches Konzept und Human Factors. Qualitätsmanagement-Richtlinie des G-BA (I): Aufbau und allgemeine Inhalte.

  • Tag 2

    Hochzuverlässigkeitsorganisationen, Sicherheitskultur, CIRS, Auditverfahren (inkl. Random Safety Audit und Patient Leadership Walkrounds). Qualitätsmanagement-Richtlinie des G-BA (II): Spezielle Inhalte

  • Tag 3

    Morbiditäts- und Mortalitätskonferenz, Checklisten, Risikolandschaft und Risikobeurteilung.

  • Tag 4

    Messen, Analysieren und Verbessern (inkl. Global Trigger Tool); Notfallmanagement, sichere Arzneimitteltherapie, sichere Kommunikation.

  • Tag 5

    Systematische Fallanalyse und Zwischenfallanalyse, Prüfung.

Zielgruppe

Die Ausbildung richtet sich an alle Führungskräfte und Mitarbeiter in Krankenhäusern, die mit Aufgaben im Qualitäts- und Risikomanagement betraut sind oder solche Aufgaben zukünftig übernehmen sollen: Ärztlicher Dienst, Pflegedienst, Fachkräfte (Apotheke, Hygiene, Medizintechnik, Qualitäts-/Risikomanagement) Verwaltung, Schadensmanagement, Rechtsabteilung.

Ausbildungsprogramm

Jeder Kurstag beginnt um 09:00 Uhr und endet um 17:00 Uhr.

  • Unerwünschte Ereignisse: Critical incident, adverse event, Unerwünschte Ereignisse, Never events des National Quality Forum.
  • Unsichere Handlungen: Internationale und nationale Fehlerklassifikationen, Ausführungsfehler, Planungsfehler, Theorien der Fehlerentstehung, Fehler beim Problemlösen, Regelverstöße und Grenzverschiebungen.
  • Systemisches Konzept: Personen- vs. Systemfokus, Fehlerkette, Modell nach Reason, Copingfähigkeiten, beitragende Faktoren nach Vincent, Barrierekonzept.
  • Human Factors:
    • Ebenen
    • SHELL-Modell
    • Organisationsfaktoren
    • Rolle der Psyche
    • Confirmation bias
    • Fixierungsfehler
    • Rolle von Erwartungen
    • Situationsbewusstsein
    • Aufmerksamkeitsverteilung
    • Workload und Fehler
    • Hazardous attitudes
    • Strategien für Entscheidungen (FOR-DEC, SAFE, SBAR)
    • CRM-Prinzipien.
  • Qualitätsmanagement-Richtlinie des G-BA (I): Aufbau und allgemeine Inhalte.
  • High Reliability Organizations (HRO):
    • Human Factors Engineering Ansatz
    • Normal Accident Theorie
    • Komplexe Interaktionen
    • Konzept der Kopplung
    • Ultrasichere Systeme.
  • Sicherheitskultur:
    • Kulturbegriff in klinischer Medizin, sozialen Systemen und der Systemtheorie
    • Entstehung, Aufbau & Reifegrade
    • Drei-Schichten-Modell nach Schein
    • Sicherheitskultur nach Reason
    • Messung und Einschätzung
    • Fragebögen.
  • Critical Incident Reporting System (CIRS):
    • Kontext zur Patientensicherheit
    • Ebenen Krankenhaus, Bundesland, National
    • Grundlagen zur Planung und Umsetzung (ABPS und WHO).
  • Patientensicherheitsaudits (inkl. Random Safety Audit und Patient Safety Leadership Walkround)
  • Qualitätsmanagement-Richtlinie des G-BA (II): Spezielle Inhalte
  • Morbiditäts- und Mortalitätskonferenz:
    • Qualitätskriterien
    • Kontext zur Patientensicherheit
    • Was wird von wem vorgestellt?
    • Format
    • Vorbereitung
    • Ablaufregie
    • Rolle des Moderators
    • Schriftliche Unterlagen und Vertraulichkeit
    • Audit und Evaluation
    • Leitfaden der Bundesärztekammer.
  • Checklisten:
    • Konzepte
    • Sichere Gestaltung
    • Typ Flow
    • Typ read and do
    • Umsetzung und Einführung
    • Emotional attraktive Ziele vs. Ausfüllen von Checklisten
    • Chirurgische Sicherheitscheckliste
    • Checkliste zur Zählkontrolle.
  • Risikomanagement:
    • Risiko und klinisches Risiko
    • Sicherheit und Risiko
    • Risikomanagement-System
    • Risikomanagement-Prozess.
  • Risikobeurteilung und Risikobewältigung:
    • Risikoeigner
    • Methoden der Identifikation
    • Risikoliste und Risikolandschaft
    • Methoden zur Beschreibung der Eintrittswahrscheinlichkeit
    • Methoden zur Beschreibung der Auswirkung (klinisch, ökonomisch, gesellschaftlich)
    • Risikokriterien
    • Risikomatrix
    • Risikoinventur
    • Berechnung eines Risikoraumes anhand klinischer Beispiele
    • Methoden zur Risikobewältigung
    • Vorlage zur Risikobeurteilung.
  • Messung, Analyse und Verbesserung:
    • Datenquellen (EQS, Routinedaten, CIRS, Audits, Global Trigger Tool)
    • Sequenz Datum-Information-Entscheidung
    • Funnel Plot
    • Regelkarten
    • Cumulative Sum Chart (CUSUM)
    • Praktische Übungen am Beispiel der ambulant erworbenen Pneumonie.
  • Der sich verschlechternde Patient:
    • Prävention und Reagibilität
    • Early Warning Scores (EWS)
    • Medical Emergency Teams (MES)
    • Between the Flags Programm (Australien)
    • Erfolgsfaktoren innerklinischer Reanimation.
  • Sichere Arzneimitteltherapie:
    • Risiken im Prozess
    • Sound alike
    • Look alike
    • ISMP und Joint Commission
    • R‘s der WHO
    • Unsichere Handlungen, beitragende Faktoren und Barrieren
    • Hochrisikoarzneimittel (WHO)
    • Arzneimittel mit zeitkritischer Indikation (CAP, Sepsis, perioperative Prophylaxe, maligne Hyperthermie)
    • Checkliste Arzneimitteltherapiesicherheit des ABPS
    • Grundsätze für die Fehlerreduktion nach Charles Vincent
    • Konzept Aufnahmeapotheker und Apothekervisite.
  • Sichere Kommunikation:
    • Grundlagen
    • Read back
    • Funktionen, Vor- und Nachteile von Standards
    • Call-outs
    • SBAR
    • Briefing
    • Debriefing
    • Übergaben
    • Speak up.
  • Innerklinisches Fallreview:
    • Grundlagen
    • Praktische Übung am Beispiel von Patienten mit Herzinfarkt
    • Operationalisierung der Leitlinien zu STEMI und NonSTEMI
  • Systemanalyse klinischer Zwischenfälle:
    • London-Protokoll von Taylor-Adams & Vincent
    • Kommunikationsmatrix
    • Personen-Ort-Matrix
    • Analyse eines Schadensfalles anhand eines Videos der WHO zur Verwechslung von Vinchristine und Methotrexat.
  • Prüfung

Schulungszeit

09.00 bis 17.00 Uhr

Teilnahmegebühr

1.800,00 Euro
zzgl. 19% Umsatzsteuer
inkl. Mittagessen, Pausengetränke sowie Unterlagen in Druck- und Dateiformaten.

Sonstiges

Mindestteilnehmerzahl: 10

Kursumfang

40 Unterrichtsstunden à 45 Minuten

Referenten :


> Die Anmeldebedingungen
Fortbildungspunkte für Ärztinnen und Ärzte (Ärztekammer) sowie für Mitarbeiter/-innen aus der Pflege (Registrierung beruflich Pflegender) sind beantragt!

Termine

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